Korea 2018 – Reisebericht

Tempel-breit

Anlässlich des Jubiläumsjahres „40 Jahre Black Belt Center Erlangen“ von Großmeister Efstratios Papadellis flogen wir im Mai 2018 mit einer ausgewählten Gruppe in das Herkunftsland des traditionellen Taekwon-Do. In einer Mischung aus traditioneller Kultur und hochtechnologischen Fortschrittes verbrachten wir zehn eindrucksvolle und aufregende Tage im Zeichen des Taekwon- Dos und dessen Werten. Wir waren mehrere Tage in der Millionenhauptstadt Seoul zu Gast, trainierten eine Arbeitswoche im Trainingscamp in Muju, besuchten mit unserem Großmeister die Herkunftsstadt seines ehemaligen Lehrers und Meisters Kwon Jae Hwa und residierten drei Tage in einem buddhistischen Mönchskloster in den nebeligen Bergen um Busan.

Nach einem mehr als zehnstündigen Flug Richtung Südkorea kamen wir morgens in Icheon an und wurden von unserem Reiseleiter Charly, welcher uns die ganze Zeit über begleitete, in Empfang genommen. Viel Zeit zum Akklimatisieren gab es kaum, denn schon nach kurzer Pause am Flughafen ging es mit unserem typisch koreanischen Reisebus in die Hauptstadt Seoul. Während der zwei Tage in Seoul gewannen wir erste Eindrücke der Stadt und besichtigten insgesamt zwei der fünf Königspaläste. Besonders diese Paläste zeigten oft den Kontrast zwischen den Wurzeln der koreanischen Kultur und der umliegenden, hochmodernen Zivilisation. Auf der einen Seite ein imposanter traditioneller Palast aus Holz und Stein, auf der anderen Seite Hochhausschluchten und das Panorama auf die riesige Skyline der Hauptstadt.

Auf dem Weg ins Trainingslager hielten wir an einem Kriegsdenkmal zu Ehren griechischer Soldaten, die während des Koreakrieges für Südkorea fielen. Dort hielten wir zusammen mit einem orthodoxen Priester und der griechisch-koreanischen Botschafterin eine Gedenkzeremonie.

Denkmal

Photo by Iris Lahner

In Muju verbrachten wir ganze fünf Tage und widmeten uns ausschließlich dem Taekwon-Do. Wie jeden Tag wurde um fünf Uhr früh aufgestanden und das morgendliche Training vor dem Frühstück absolviert. Danach gab es Unterrichtseinheiten sowohl von unserem Großmeister Herrn Papadellis als auch von den koreanischen Meistern vor Ort. Hier bekamen wir einige Einblicke in Wettkampfcharakter des olympischen Taekwon-Dos. Mit insgesamt fünf Einheiten und teilweise mehr als sieben Stunden Training am Tag wurden wir in Muju an unsere Leistungsgrenze geführt.

Nach einem fantastischen Frühtraining am Strand wurden wir im Rathaus von Busan vom Oberbürgermeister empfangen und bekamen eine Tour durch einige Räume des Rathauses. Wir schlossen den Besuch mit Geschenkübergaben und einer Vorführung für den Bürgermeister und seine Angestellten ab.

Danach ging es in den riesigen Tempel und Weltkulturerbe Bulguksa. Nach einer längerer Besichtigung der Anlage gaben wir zwischen den Mauern des Tempels eine weitere Vorführung und alle derzeitigen Prüflinge beendeten offiziell ihre Gürtelprüfungen mit anschließender Urkundenübergabe.

Von einem Tempel ging es schon direkt in den nächsten. Diesmal allerdings machten wir nicht nur einen Tagesausflug dorthin, sondern durften zwei ganze Nächte auf der Anlage verbringen. Wir schliefen auf dünnen Stoffmatten am Boden und trugen die traditionelle Kleidung des Klosters. Der Tempel lag hoch in den Bergen und schon am zweiten Tag waren wir nur noch von Wolken umgeben. Wir standen täglich um fünf Uhr morgens auf um dann mit einem der Mönche zu meditieren. Wir wohnten einigen der täglichen Rituale bei und hatten die Möglichkeit uns intensiv mit verschiedenen Mönchen über deren Leben und Alltag im Tempel zu unterhalten. Zudem durften wir die Wälder und Berge im Umfeld erkunden und aßen abends zusammen mit den Mönchen auf die traditionelle Weise am Boden.

Mönch

Photo by Iris Lahner

Als wir zurück in Seoul waren, hatten wir die Möglichkeit vom Fernsehturm aus die ganze Stadt zu überblicken. In mehreren hundert Metern Höhe konnte die die gesamten Ausmaße der Stadt, die knapp zehn Millionen Einwohner beherbergt, bestaunt werden.

Die Tage in Süd Korea gewährten uns viele tolle Einblicke in die koreanische Kultur und Lebensweise. Wir konnten viel für unseren Alltag und unser Training in Europa mitnehmen. Sehr dankbar sind wir über die Gelegenheit, die Wurzeln jener Kultur erlebt haben zu dürfen, welche uns die Kampfkunst des Taekwon-Do geschenkt hat und uns unterschwellig täglich begleitet.

Busan

Photo by Iris Lahner